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​​​Rico's Welscamp SRL

 

Via Alessandro Selmi 676 R 

 

45038 Polesella / Italien 

 

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Und immer krumme Ruten !!!

            Der Weg zum Fangerfolg 

Dies soll euch ein Ratgeber zum erfolgreichen Welsfischen sein und zwar nicht für den Profi, sondern für den Anfänger, für den Quereinsteiger oder für denjenigen, der einfach mal einen Wels fangen will oder seine Erfolge ausbauen möchte.
 
Es wird viel diskutiert und viel geschrieben was man alles für sonderbare Tricks braucht, um einen Wels zu fangen. Vieles davon ist sinnvoll und richtig aber vieles eben auch nicht. Um hier mehr Klarheit zu schaffen, möchte ich euch meine Einschätzungen und Erfahrungen aus 30 Jahren Welsfischen mitteilen.
 
Ich möchte euch zeigen, daß es bei weitem nicht so kompliziert ist wie es oftmals scheint, denn es sind die einfachsten und banalsten Sachen die nicht beachtet werden, die dann aber letzenendes über euren Sieg oder eure Niederlage am Wasser entscheiden.
 
1. Tackle
 
Den ersten Schritt in die falsche oder richtige Richtung setzt ihr viel früher als ihr vielleicht selber denkt, denn das findet schon weit weit vor eurer Angeltour, eurem Urlaub oder eurem Ansitz statt. Die Kaufentscheidung bei der Zusammenstellung und Auswahl eures Tackel’s kann im späteren Verlauf darüber entscheiden, ob ihr den gehakten Fisch anlanden könnt oder ob ihr ihn durch Materialbruch verlieren werdet. Hier stellt ihr bereits die Weichen wohin die Reise geht.
 
Nicht jeder der euch Welstackle verkauft ist ein Profi und vielleicht hat er auch selbst noch niemals einen Wels gefangen. Woher will er dann wissen, ob dieses Material wirklich für den Welsfang geeignet ist, welches er euch verkaufen möchte? Nicht alles was ihr in den Angelläden oder im Netz findet und was als welstauglich ausgewiesen ist, taugt auch wirklich zum Welsangeln. Hier ist ganz besonderes Vorsicht geboten, denn es gibt Firmen, die einfach nur ein Welslabel auf ihre Ware kleben um am großen Hype um den Wels mit zu verdienen.
 
Viele die noch nie einen Fisch von vielleicht 100kg gedrillt haben können sich vorstellen, was dort für Kräfte wirken.
 
Aus diesem Grund ist die Auswahl der einzelnen Komponenten extrem wichtig !!!
 
 
 
1.1. Ruten
 
Durch Rutenbruch gehen die absolut wenigsten Großfische verloren. Wer geschickt mit Rolle und Bremse umgehen kann, der wird hier kaum Schaden erleiden. Es gibt sowohl im preiswerten Segment als auch in den mittleren und oberen Preisklassen gute und zuverlässige Ruten.
 
Achtet bitte unbedingt auf einen stabilen Rollenhalter der den enormen Zugkräften dauerhaft standhalten kann und auf ordentliche Ringe. Die Rutenblanks sind heutzutage in der Regel unzerstörbar. Hier könnt ihr also nicht all zu viel verkehrt machen.
 
 
1.2. Rollen
 
Hier gibt es schon einiges mehr zu beachten, denn das Rollenangebot ist riesig. Faustregel für die Rolle zum Ansitzfischen Rollenachse mindestens 6mm !!! Alles darunter wird auf Dauer verbiegen und vieleicht zum Fischverlust führen.
 
Zum Aktivfischen ist das nicht von Nöten. Hier gehen auch kleinere Achsendurchmesser, da die auftretenden Kräfte etwas geringer ausfallen. Verlasst euch auf bewährte Marken wie z.B.  Penn oder Fin Nor. Diese Marken beweisen seit Jahrzehnten, das sie mit Großfisch umgehen können. Bei der Marke Penn ist das Preis-Leistungsverhältnis absolut top und ihr bekommt für normales Geld einen guten verlässlichen Gegenwert.
 
Sehr wichtig ist eine sanft anlaufende und starke Drillbremse, die auch die wildesten Fluchten abfangen kann. Schaut also insgesamt auf stabile und ultrastabile Ausführungen mit ordentlichem Rollenbügel und einem gut funktionierendem Schnurlaufröllchen.
 
 
 
1.3. Schnur
 
Das Ideale Geflecht zum Welsfischen hat so viel wie möglich einzelne Fäden. Desto mehr Fäden eine Schnur
hat, desto höher die Abriebsfestigkeit (Beispiel : 0,69er Raptor = 13 Fäden) Sollten im Verlauf eines Drills ein paar Fäden an einem Hindernis durchscheuern und Schaden erleiden, bleiben noch genug Fäden übrig, um den Fisch sicher zu landen. Reserve ist hier das was zählt.
 
Vor dem Schnurkauf also unbedingt beim Hersteller oder Vertreiber wichtige Informationen einholen. Marken wie Raptor, Giga Fish, Leitner oder Climax sind bewährte Schüre denen ihr vertrauen könnt. Bitte bei der Schnur keine Experimente, denn geht nur ein weniges fehl, ist der Fisch verloren.
 
Im Zweifelsfall die Schnur immer ein wenig dicker wählen als tatsächlich benötigt. Zum Ansitzen minimum 0,60mm, zum Aktivfischen ab 0,40mm.
 
 
 
1.4. Wirbel
 
Für die Welsangelei, bei der schwerste Belastungen auftreten können, solltet ihr euch immer für hochwertige Kugellagerwirbel entscheiden. Alles andere ist heute einfach nicht mehr zeitgemäß.
 
Faustregel hierbei : Die Drahtstärke sollte immer über der Drahtstärke einer Büroklammer liegen. Das ist ein schräger Hinweis aber das passt, glaubt mir. Alles was auf Büroklammerniveau oder drunter ist biegt auf.
 
Auch die Wirbel könnt ihr lieber 3 Klassen gröber wählen als es das wirklich braucht, denn ausreichend Reserve ist beim Großfischfang immer ein guter Begleiter. Schaut bei der Wahl euer Wirbel mal im Meeresbereich vorbei, denn dort gibt es qualitativ immer die besten Sachen !!!
 
 
 
1.5. Vorfach
 
Beim Vorfach bitte immer auf eine Stärke achten die mit großen Reserven ausgestattet ist, denn das Vorfach befindet sich immer im Gefahrenbereich. Das Vorfach kann im Welsmaul an den Bürstenzähnen scheuern, sich an Muschelbänken, Steinschüttungen oder Gehölz reiben und verletzen.
 
Auch hier ist ausreichend Reserve das A und O !!! Beim Monovorfach bitte nicht unter 1,0mm gehen, idealerweise 1,2mm. Anstatt Polyamidvorfach besser Kevlar Vorfächer nutzen. Das ist sicher einen Tick teurer, aber definitiv sicherer. Wenn ihr das beachtet ist euer Risiko einen Fisch zu verlieren überschaubar. Ganz ausschließen kann man das nie, aber man kann sich bestens rüsten.
 
 
 
1.6. Haken und Drillinge
 
Ich hatte es anfangs schon geschrieben, nicht alles was zum Welsfischen ausgewiesen ist taugt auch zum Welsfischen. Es gibt keine reinen Welshaken. Das allermeiste kommt hier aus dem Meeresbereich und wird umetikettiert für das Welsangeln. Bedenkt bitte bei der Auswahl der Einzelhaken, daß ihr einen Fisch beangeln wollt dessen Mauldurchmesser so gross ist wie zwei Wassereimer. Dementsprechend sollte der Haken eine gewisse Größe haben. Übertreibt es aber nicht, denn Haihaken müssen es auch nicht sein. Hier ist der Mittelweg gefragt.
 
Abraten würde ich euch von sehr kleinen extrem dickdrähtigen Haken. Sie dringen nur sehr schwer und mit viel Gewalt ins Welsmaul ein und führen oft zu Fischverlust. Die Haken sollten scharf sein, stabil und auch unter grösster Belastung nicht aufbiegen. Gleiches gilt natürlich für die verwendeten Drillinge. Die Drillinge bitte immer in der zweifach oder dreifach verstärkten Variante kaufen und verwenden.
 
 
 
1.7. Reißleine
 
Das Thema Reißleine ist glaube ich das verkannteste Thema überhaupt. Mit der Wahl der Reißleine könnt ihr jedoch steuern, ob ihr den Fisch nach dem Anbiss auch haken könnt oder nicht. Das gilt ganz besonders für alle Abreißmontagen wie z.B. mit einem Ausleger oder an einer Boje. Warum ist das so ?
 
Die Reißleine soll wie der Name es sagt reißen. Tut sie das nicht oder erst viel zu spät kommt es zu 99% zu einem Fehlbiss, bei dem der Wels den Köder wieder ausspuckt und ihr in die Röhre schaut.
 
Ganz kurz erklärt in folgender Situation. (Ich erkläre jetzt hiermit zum besseren Verständnis das ultimative Disaster!!!) Ihr befischt ein gegenüberliegendes Ufer, habt dort einen Ausleger in einen Busch gespannt der weich ist und unter Zug nachgibt. Ihr habt die Rute lieblos durchgespannt und eure Reißleine ist zu stark.
 
Jetzt passiert folgendes: ihr bekommt den Anbiss, der Wels möchte mit dem Köder abtauchen, der weiche Busch gibt nach und verneigt sich, die lieblos vorgespannte Rute gibt nach und verneigt sich und die Reißleine kann nicht reißen weil sie zu stark ist.  Ergo, wird der ganze Zug vom nachgebenden Busch und der nachgebenden Rute 1:1 ins Welsmaul übertragen. Irgendwann ist dieser Zug so groß, daß der Wels den Köder ausspuckt und das Weite sucht.
 
Es ist verheerend, wenn ihr Bisse bekommt und die Welse wegen dieser Situation mit der nicht passenden Reißleine die Köder immer wieder ausspucken. Man bekommt beim Grossfischfang nicht unendlich viele Bisse und wenn ihr wegen einer nicht nicht passenden Reißleine Fische verliert, ist das ärgerlich und ihr werdet diesen verpassten Chancen vielleicht am Ende der Tour nachtrauern.
 
Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, die Reißleine anzupassen, den Ausleger an einem nicht nachgebenden Ast einzuhängen und gleichzeitig die Rute so stark vorzuspannen, daß die Reißleine beim ersten und kleinsten Kontakt sofort reißt, damit der Wels mit dem Köder abtauchen kann und ihr den Anschlag setzen könnt.
 
Nur so habt ihr eine reale Chance den Biss auch wirklich in einen Fisch umzuwandeln. Meine Erfahrung sagt, daß ihr mit Reißleinen von 0,30mm-0,40mm in solchen Situationen arbeiten solltet. Das ist halt immer etwas abhängig davon, wie weit ich abspannen will und wie grob oder weich die Ruten sind.
 
Jetzt bitte ganz genau aufpassen, denn beim Fischen mit einem Abreissstein gilt es genau anders herum !!! Hier gilt, desto stärker die Reißleine, desto tiefer und sicherer rammt der Wels sich den Haken durch das Gewicht der Abreisssteins ins Maul.
 
Reißleinen stärken von 0,40mm-0,50mm je nach Situation sind hervorragend geeignet. Bitte aber auch hier nicht übertreiben, denn wenn der Stein nicht abreißt und ihr den Fisch mit Stein drillt, dann macht das keinen Spass. Achtet also bei der Wahl eurer Reißleine immer darauf, das sie der jeweilgen Situation optimal angepasst ist.
 
 
 
1.8. Bissanzeiger
 
Mein Lieblingsthema, denn das ist einer der allerwichtigsten Punkte und ich als Erfinder von Rico’s Welsbissanzeiger und Rico’s Revolution kann dazu natürlich viel sagen und einiges erklären. Grade Neueinsteiger die noch nie Welsfischen waren, können sich nicht vorstellen wie facettenreich Welsbisse sein können. Die Rute kann sich langsam nach vorn verneigen oder schnell, es können Vibrationsbisse enstehen, die Rute kann sich bei einem Fallbiss aber auch langsam oder schnell in die Rutensenkrechtstellung begeben und senkrecht stehen bleiben.
 
Egal was aber an der Rute passiert, der Bissanzeiger sollte das alles anzeigen können, denn ich habe es im Thema Reißleine schon geschrieben, man bekommt beim Großfisch Angeln nicht unendlich viele Chancen !!!
 
Aus diesem Grund habe ich vor 2 Jahren Rico’s Revolution entwickelt. Einen Welsbissanzeiger der so ein umfangreiches Anzeigespektrum hat, das er alle nur erdenklichen Bewegungen der Rute egal ob nach vorn oder nach hinten und egal in welcher Geschwindigkeit das passiert, anzeigen kann. Das ganze mit einem 1:1 übertragenden Funk und alles Made in Germany  (Mehr dazu auf www.welsbissanzeiger.eu)
 
Grade Großfische sind in der Lage beim Anbiss langsamste Rutenbewegungen zu verursachen. Wenn ihr diese Bisse aber nicht mitbekommt, könnt ihr nicht reagieren. Wie ihr sehen könnt, zieht sich das mit dem Fischverlust verschiedenster Ursachen wie ein roter Faden durch das gesamte Thema.
 
Hier ein paar Aktionen durch mangelhafte Bissanzeiger verschlafen, dort ein paar ausgespuckte Köder weil die Reißleine nicht passend gewählt war, Schnurbruch, Vorfachbruch, Haken oder Wirbel aufgebogen u.s.w. und dann steht ihr am Ende einer Tour wenn es dumm läuft mit leeren Händen da.
 
Aus diesem Grund ist jeder dieser Punkte für sich extrem wichtig und nur wenn ihr durch diese ganze Liste fehlerfrei durch kommt, habt ihr tatsächlich die Chance einen Großfisch in die Kamera zu halten und das ist das, worum es letztendlich geht. Schneidert ihr ist es eine
“Scheiß Tour” bekommt ihr nur einen einzigen Fisch und der hat dann zufällig noch die magische zwei Meter Marke geknackt, ist es ein triumphaler Erfolg.
 
 
 
1.9. Ausleger 
 
Ausleger sollten zur Grundausstattung eines jeden Welsfischers gehören, denn ohne Ausleger bin ich nicht in der Lage meine Köder dauerhaft in den heißen Zonen anzubieten. Ich rate eindringlich davon ab das mit einfachen Schnüren erledigen zu wollen, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass 90% dieser Schnüre in der Natur zurückgelassen werden.
 
Wir Angler sind Umweltschützer und Naturfreunde und deshalb sind moderne Ausleger ein muss !!! 
 
1.10. U Posen 
 
Das Thema U Posen ist ein zweischneidiges Schwert , denn oftmals braucht es keine U Pose.Man muss sich einfach nur mal vor Augen führen , was eine U Pose bewirken soll.Sie soll den Köder vom Boden hochheben.Nun könnt ihr euch aber vorstellen , daß grade grösseren Köderfischen ab dem Pfund Berreich solch kleine Fuzzel U Posen relativ egal sind.Um Köderfische dieser grösse anzuliften bräuchte es U Posen von mehreren Hundert Gramm , diese wären jedoch so gross , daß die natürliche Köderpräsentation , die enormen Einfluss auf unseren Fangerfolg hat , extrem beeinträchtigt wäre.
 
Hier gilt es also genauestens hinzuschauen ob es eine U Pose braucht oder nicht.
Bedenkt bitte , daß ich in einer Zeit geboren bin als es noch keine U Posen gab und wir haben pro Tag auch mehrere Welse fangen können.
 
Was kann dazu führen , daß mein Köderfisch ermüdet und sich auf dem Grund ablegen möchte ?
 
Ein nicht zum Köderfisch passendes Hakenpaket , was so schwer ist , das es den Köderfisch zu Boden zieht.Deshalb ist es sehr wichtig das Hakenpaket als auch die Montage dem Köderfisch und der jeweiligen Situation anzupassen.Das ist viel wichtiger als  das Verwenden einer U Pose.
 
Aus diesem Grund rate ich U Posen nur da zu verwenden wo es wirklich Sinn macht.Eine U Pose wird immer das Strömungsfeld rund um unseren Köderfisch negativ beeinflussen und grade der Wels , ein Fisch der fast blind ist und viel besser fühlen und spüren kann mit seinen Sinnen und Barteln wird das schnell erkennen.Grade in viel befischten Gebieten rate ich daher von der Verwendung von U Posen generell ab.
 
 
 
 
Nun sind wir erst mal in allerwichtgsten Punkten durch das Thema Tackle durch. Als nächstes kommen wir nun zur Platzwahl und zum Verhalten am Wasser, denn hier kann man sich bereits wieder mit wenigen verkehrten Zügen völlig ins Abseits schießen.
 
Fangen wir mit dem Verhalten am Wasser an. Dazu eine Frage: Was glaubt ihr warum Welse so groß und so alt werden ??? Wenn ihr euch diese Frage richtig beantworten könnt, wisst ihr, wie ihr euch am Wasser verhalten solltet. Es ist kontraproduktiv viel Alkohol am Wasser zu trinken, denn mit jedem Bier was ihr trinkt, wird euer Angelstil und euer Verhalten am Wasser schlechter.
 
 
Ich will euch hier um Gottes willen nicht euren Spaß am Wasser verderben, aber vielleicht solltet ihr darüber nachdenken, mit dem Alkohol anzufangen, wenn alle Montagen draußen sind und alles perfekt sitzt. In meinen bisherigen Ausführungen habe ich euch verdeutlicht, dass wirklich alles passen muss, damit sich der Erfolg einstellt. Alkohol jedoch bewirkt das komplette Gegenteil.
 
Wenn ihr z.B. nur unvorsichtig und laut das Boot ausladet, die Rutenhalter mit einem Hammer in den Boden getrieben werden oder Holz für das nächtliche Feuer gehackt wird, so könnt ihr davon ausgehen, dass es das für die nächsten 48 Stunden an diesem Angelplatz gewesen ist.
 
Alle Großfische werden sofort diesen Platz verlassen und die Aussicht auf Erfolg ist schlagartig gegen null gesunken, bevor ihr auch nur eine Montage im Wasser habt. Wer beim Großfischfang so tut als gäbe es unendlich viele Chancen und Möglichkeiten, der wird staunen, wie schnell so eine Urlaubswoche oder ein Ansitz vorbei sein kann.
 
Aus diesem Grund rate ich euch allen, egal wo ihr seit, immer einen ortsansässigen Guide zu buchen. Dieses Geld ist wirklich bestens investiert, denn ihr werdet mit erstklassigen und vor allem aktuellen Informationen versorgt was, wann, wie funktioniert. Selbstredend ist auch ein Guiding kein Garant für einen Großfisch aber ihr bekommt das Wissen vermittelt, wie es funktioniert und ihr könnt dann bei voller Konzentration eure Zeit am Wasser optimal nutzen.
 
Last but not least die Platzwahl. Bitte setzt euch nicht da hin, wo man schön sitzen kann, denn da saßen vor euch schon alle, die genau so dachten wie ihr. Diese Plätze sind in den allermeisten Fällen Rohrkrepierer. Sucht euch interessante Angelplätze, Herausforderungen, Angelplätze, die man erst mal dazu machen muss. An solchen Plätzen, wo komplette Ruhe herrscht, wohnen und leben Großfische, denn ein Großfisch kann eure Tour oder euren Ansitz zur Siegestour machen.
 
Das Thema ist noch sehr viel tiefer als all das was ich jetzt hier niedergeschrieben habe aber es ist ein grober Richtfaden, an den ihr euch halten könnt und wenn ihr all das beherzigt und fehlerfrei durch diese komplette Liste durchkommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, das ihr schöne Fischbilder mit nach Hause nehmt.
 
In diesem Sinne Petri Heil         Rico 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Alles um dem Köderfisch 

Leider tut sich der grősste Teil der Gäste unheimlich schwer mit der Kőderfischbeschaffung , dabei ist es grade hier am Po verglichen z.B. mit Spanien kinderleicht , denn in der Regel habe ich persőnlich in 30 Minuten 10-15 stramme und verwendbare Kőderfische in der Box.

Wir legen jetzt hier einen kurzen Zwischenstopp beim Thema Kőderhälterung ein , denn das ist mit das wichtigste und entscheidenste fuer euren Erfolg beim Wallerfischen !!!!! Desto fitter und strampliger euer Kőderfisch ist , desto grősser sind eure Chancen einen Waller zu haken.Aus diesem Grund ist das Behandeln der Fische , das Abhaken und die spätere Hälterung ein Monsterthema , daß maßgeblich űber euren Fangerfolg entscheidet !!! 

Fangen wir beim gehakten Kőderfisch an.Sitzt der Haken im Maulbereich oder vorn im Rachen , so kőnnt ihr den Kőderfisch verwenden.Sitzt der Haken im tiefen Rachenbereich , im Schlund oder im Magen , dann bitte sofort weg damit.Ein sterbender Fisch in der Box nimmt nur Platz weg , den anderen Kőderfischen den Sauerstoff weg und stresst andere Kőderfische.

Nächster Punkt.Den gefangenen Kőderfisch bitte nicht auf den Boden werfen oder in den heissen Sand um ihn abzuhaken ! Einige werden jetzt lachen.Da gibts es aber nix zu lachen , denn ihr seht nicht , was ich oftmals mit ansehen muss ! Den Fisch bitte auch nicht mit einem Handtuch anpacken um keine schleimigen Finger zu bekommen , ihn bitte auch nicht mit der blossen Hand anfassen , ihn bitte auch nicht komplett umschlossen mit nassen Händen anfassen.Im Idealfall so gut wie gar nicht anfassen ! Alles was ihr tut und was seine Schleimhäute auch nur ansatzweise verletzen kőnnte, wird zum Tod dieses Kőderfisches fűhren und das grade Sommer bei hohen Temperaturen.95% aller Kőderfische sterben an Schleimhautverletzungen und die restlichen 5% an Sauerstoffarmut.

Aus diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung , den Kőderfisch im Idealfall nur mit 2 Fingern im Berreich der Kiemendeckel und der Brustflossen anzupacken um ihn dann sofort in eine sauerstoffgeflutete Box gleiten zu lassen.

Warum Box und nicht Kescher ? Weil das Wasser in einer Box immer eine konstante Temperatur hat , weil die Box dunkel ist und das die Kőderfische weniger stresst , weil die Sauerstoffpumpe immer ausreichend Sauerstoff einbläst und weil auch im Jahr 2016 die meisten Kescher noch aus Nylon bestehen und das Nylon fuer die  Schleimhaut der Fische tődlich ist.Du willst erfolgreich  Wallerfischen? Dann schmeiss als erstes deine Nylonkescher und deinen Nylonunterfangkescher weg !!!

Wenn schon der Unterfangkescher aus Nylon ist und eine Brasse im Sommer dort 2-3 mal drin zappelt ist sie zum sterben verurteilt.Das ist so.30-60 Minuten später bekommen grade Brassen dann rote Flecken und dann kőnnt ihr sie weg hauen.Diese Situation habe ich jetzt leider zu oft erlebt.Der Kőderfischfang läuft zäh , dann werden die 6-8 Kőderfische nicht ordentlich behandelt  und wenn es dann abends ans Ankődern geht schwimmen ein paar halbtote Kőderfische in der Box.Das kann es nicht sein.Das ärgert mich und das werden wir der nächsten Saison auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Eine Colemen Box ist jetzt schon auf allen meinen Booten Standard , jetzt kommen noch Wasserfeste Sauerstoffpumpen dazu und jedes Boot bekommt einen gummierten Kescher als Standardausrűstung , damit dieses Kőderfischdrama endlich mal aufhőrt.

Wie ihr seht ist auch dieses Thema viel tiefer als man oftmals glaubt.Man kann hier irre viel verkehrt machen und seinen eigenen Erfolg blockieren.

Zurűck zum Haupthema.Ich kann hier nur meine persőnlichen Erfahrungen wiedergeben.Das muss nicht fuer alle gleich gelten , denn jeder macht andere Erfahrungen.Fangen wir mal mit einer Frage an.Stellt euch vor es werden Gewässerfremde Kőderfische an ein Gewässer mitgebracht die es dort nicht gibt.Glaubt ihr das dies dort dann beonders gut funktioniert ? Ich persőnlich glaube das nicht , denn was der Bauer nicht kennt , das frisst er nicht lautet ein altes Sprichwort.Wir wissen , daß der Waller sehr wohl sehr sehr fein selektieren kann was die Auswahl seines Beutefisches anbelangt.Jeder der schon einmal versucht hat in Meeräschen jagende Waller mit einer Brasse zu űberlisten ,der weiss was ich meine.

Genau so kann er selektieren ob er diese Fischart űberhaupt kennt.Kennt er sie nicht , wird es es sehr vorsichtig antesten.Genau so kann ein Waller spűren , ob der Kőderfisch lebt oder ob er tot ist.Auch ein ganz wichtiger Punkt den ja Stefan S. in den allermeisten seiner Vorträge immer mit anspricht , die natűrliche Kőderpresentation.

Ich denke also das es immer besser ist im Gewässer vorkommende Kőderfische zu verwenden.In Deutschland z.b. waren Rotaugen mein absoluter Lieblingskőder im Rhein.Schnell zu beschaffen , ideale Grősse und das Rotauge hat einen sehr intensiven Geruch.Das merkt man besonders wenn man sie im Eimer hat oder sich danach mal an den Händen riecht.Da der Waller aber fast blind ist und besser riechen , schmecken und spűren kann , ist das sicher ein wichtiger Punkt den man nicht ausser acht lassen sollte.

In Italien hingegen wird die Meeräsche immer ein top Kőder sein.Sie zu fangen ist nicht ganz einfach , sie zu hältern noch um einiges schwieriger.Wem das aber gelingt, der hat einen wahren Wallermagneten am Haken.Barben , Brassen , Rapfen , Giebel, all das sind top Kőder zur Wallerjagd nur solltet ihr auch hierbei immer drauf achten es mit der Grősse nicht zu űbertreiben.Es ist zwar richtig , das der Waller grundsätzlich alles in sein Maul bekommt was er attackiert , jedoch ist die Fehlbissrate grade mit extrem grossen Kőderfischen um einiges hőher.Deshalb sind meine idealen Kőderfische immer so 20-30cm lang.